Isabelle Keller
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Erde und die leere des Weltalls

Isabelle Keller Schmuck und Objekte

 

 

Erde und die Leere des Weltalls

Der Titel setzt sich aus den beiden Teilbereichen „Erde“ und der „Leere des Weltalls“ zusammen, die ich in meiner Arbeit miteinander verknüpft habe.
Diese beiden Teilbereiche beinhalten jeder für sich eine Vielzahl von Aspekten.
Der Bereich „Erde“ umfasst das real Existierende, dessen Wurzeln in die Vergangenheit reichen wie etwa alte Symbole und Ornamente sowie ihre Bedeutungen. Auch ganz besonders Schmuck, Objekte und Artefakte von Urvölkern schließe ich in den Begriff „Erde“ mit ein.
Die natürlichen Materialien aus denen die zuvor genannten kulturellen Erzeugnisse hergestellt werden, wie beispielsweise Leder und Rinde, sowie die ihnen oftmals zugeschriebenen Eigenschaften und Bedeutungen spielen für meine Arbeit ebenfalls eine Rolle.
Es ist vorstellbar, dass diese schon lange existierenden Traditionen und Bedeutungen auch in der Zukunft noch bestehen könnten, da sie kulturelle Wurzeln darstellen und viele Menschen über Generationen hinweg begleiteten. Durch sich ändernde Lebensbedingungen und ein langsames Vergessen der kulturellen Hintergründe könnten diese ehemaligen Traditionen als Fragmente überdauern und mit der Zukunft, dem Futuristischen, verschmelzen.
 „Die Leere des Weltalls“ hingegen ist ein Sinnbild für das Unbekannte, das Fiktive und die Zukunft.
Der Ausdruck soll verdeutlichen, dass diese Leere, das Unbekannte, mit allem gefüllt werden kann, da in der Zukunft alles geschehen kann. Die Leere, die das Unbekannte darstellt, lässt Raum für jegliche Vorstellungen, da über die Zukunft nur spekuliert werden kann.
Im Besonderen die Zukunft, wie sie im Bereich der Science- Fiction dargestellt wird, war eine wichtige Inspirationsquelle, da sie alle diese beschriebenen Eigenschaften beinhaltet. Ihr Thema ist die Spekulation über die Zukunft, das Unbekannte wird hier entdeckt und erforscht. Zudem ist das Weltall ein wichtiges und häufig anzutreffendes Motiv in diesem Genre, das mit allerlei Fremdartigem gefüllt wird.
„Die Leere“ bietet außerdem Raum für einen Neubeginn, der notwendig wird, wenn die Zivilisation, das Bekannte, zerstört wurde. Diese Thematik bietet ebenfalls Stoff für zahlreiche Science- Fiction Geschichten.

 

Diese beiden zunächst sehr gegensätzlich erscheinenden Teilbereiche werden in meiner Arbeit zu etwas Neuem verknüpft. Die Grenzen zwischen Vergangenem und Zukünftigem werden verwischt.
Ein wichtiges Medium hierfür sind die Materialien. Leder und Birkenrinde aus dem Bereich „Erde“ treffen auf die technischen und industriellen Materialien Titan und Gummi, die sich dem Bereich der Leere des Weltalls zuordnen lassen. Um die Verbindung zu verdeutlichen, ist jedem Stück mindestens ein Steckverschluss zu finden, der einfach und doch präzise eine Verbindung zwischen Materialien herstellt.
Auch die Suche und Berücksichtigung der Gemeinsamkeiten der beiden Bereiche war wichtig. So wird der Körper meist mehrschichtig umhüllt, wie etwa bei Raumanzügen oder ethnologischen Schmuckstücken, die oft eine Art Bekleidung darstellen.
Die Schutzfunktion ist ein wichtiges Motiv meiner Arbeiten, da sie ein ursprüngliches Bedürfnis des Menschen ist, da der Mensch schon immer Schutz vor den Elementen der Erde und anderen irdischen Gefahren suchte. Wenn ich mich auf die wörtliche Bedeutung des Teilbereichs „Leere des Weltalls“ beziehe, so ist sie ein lebensfeindlicher Raum, in dem technische Hilfsmittel zum Schutz und zum Überleben des Menschen unabdingbar sind.
Die Technik des Bereichs der „Leere des Weltalls“ ist oft nur eine Andeutung, eine Irritation. Eine Spur, die zurückbleibt. Formen und das Material Titan, die eine technische Funktion suggerieren. Es tauchen versteckt Zeichen auf, die eine Bedeutung haben könnten, die jedoch unbekannt ist.
So möchte ich andeuten, dass eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Bereiche die Fiktion ist. Denn sowohl Science Fiction als auch die Bedeutungen von beispielsweise Zeichen und Formen, sind letztendlich vom Menschen erfunden, also fiktiv.
Mein Arbeit soll ein  Verwischen der Grenzen in folgenden Bereichen zeigen: zwischen dem, was als real angenommen wird und der Fiktion, zwischen Vergangenem oder auch dem bereits Existierenden und der Zukunft, zwischen einfach und technisiert.